ene't - Index
Rohmargen für Strom- & Gasnetze
Der ene't-Index wird auf der Grundlage tagesaktueller Preisinformationen über Energielieferungen, Netzentgelte und Beschaffungskosten ermittelt. Diese werden für alle deutschen Strom- und Gasnetze zielgerichtet aggregiert und erlauben auf diese Weise die Analyse der jeweils vorherrschenden Marktchancen. Die Indikation zeigt "netzscharf" potenzielle Vertriebsmargen auf, indem es den Beschaffungskosten eines Händlers (bzw. potenziellen Wettbewerbers) dessen maximal zu erwirtschaftenden Rohertrag einer Energielieferung gegenüberstellt.
Der Rohertrag wird ermittelt aus der Differenz des maximal möglichen Erlöses und den Fremdkosten, die der neu in den Markt eintretende Akteur zu tragen hat. Den maximalen Erlös gibt der örtlich angebotene Grundversorgungstarif vor, denn höhere Preise sind in aller Regel nicht durchsetzbar. Es können auch Rechnungen gegen die jeweils günstigsten Sondertarife der Grundversorger vorgenommen werden, da inzwischen viele Verbraucher die Spareffekte eines Tarifwechsels erkannt haben.
Die Fremdkosten umfassen die Ausgaben für die Netznutzung und gesetzlichen Abgaben (Stromsteuer, Aufschläge für EEG/KWK/Sonderkunden § 19, Konzessionsabgaben) bzw. äquivalent bei Gas die Erdgassteuer und Konzessionsabgaben. Zieht man die ermittelten Fremdkosten vom jeweils vorherrschenden Grundversorgungspreis ab, so erhält man den besagten Rohertrag, der mit den aktuellen Beschaffungskonditionen an der Leipziger Energiebörse EEX abgeglichen wird (Kontrakt: Kalenderjahr des nachfolgenden Jahres). Die Relation beider Bezugsgrößen wird im ene't-Index verdichtet.
Ausgehend von dem Fall, dass der Rohertrag und der Beschaffungspreis gleich sind, beläuft sich der ene't-Index auf 100 Punkte. Bei diesem Wert kann ein Energiehändler noch keine Marge erwirtschaften. Die Gewinnzone wird erst bei Werten (deutlich) über 100 erreicht. Ergibt sich z.B. ein ene't-Index von 110 Punkten, ist der maximale Roherlös zehn Prozent höher als der Beschaffungspreis. Indikationen unter 100 sind gleichbedeutend mit der Tatsache, dass in diesem Netz Verluste erwirtschaftet würden. In gleicher Weise verfahren wir bei der Margenberechnung in Erdgasnetzen.
Die Auswertungen setzen sowohl die Wahl eines Grundversorgungsgebietes (Netzes) als auch einige Voreinstellungen in Form z.B. von Abnahmefällen und Lastprofilen (Ermittlung Beschaffungskosten) voraus. Diese können in der rechten vertikalen Menüleiste vorgenommen werden. Weitere Details entnehmen Sie bitte den Darstellungen hinter dem Link Methodik.
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